Tipp: Mit der Weinhebamme zum Weingenuss

Ein gemütlicher Abend mit Freunden, ein leckeres Essen auf dem Tisch und natürlich darf eine besondere Flasche Wein nicht fehlen. Voller Vorfreude auf den kulinarischen Höhepunkt wird der Korkenzieher angesetzt und … what the cork?! Der Korken bricht einfach ab oder zerbröselt sogar in kleinste Stücke und verdirbt den schönen Moment! Die Freude ist getrübt und die Frage stellt sich – was tun? Einfache Antwort: eine Weinhebamme muss her!

Schwachstelle Korken

Nicht ausschließlich, aber oft bei älteren Weinen ist der Korken die unliebsame Schwachstelle. Das muss aber nicht gleich an der persönlichen Handhabung liegen, sondern ist ein ganz normales Phänomen. Der Naturkorken ist, wie der Name schon sagt, ein Naturprodukt und von Haus aus sehr elastisch. Diese Eigenschaft ermöglicht es ihm, sich perfekt an die jeweilige Flaschenöffnung anzupassen. So schützt er den Wein zudem für die weitere Lagerung und Reifung äußerst effektiv. Je nach Lagerung und mit zunehmendem Alter des Weines können jedoch auch hochwertige Korken mit der Zeit austrocknen. So kann es passieren, dass der unflexibel gewordene Korken beim Versuch, ihn mit einem herkömmlichen Korkenzieher zu entfernen, einfach bricht oder sich nur noch in kleinen Stücken und mit relativ großem Aufwand rückstandslos entfernen lässt. 

Dem Schicksal ergeben?

Nun ist das Malheur passiert und es müssen Lösungen gefunden werden. Natürlich kann man sich einfach dem Schicksal ergeben, den Rest des Korkens in die Flasche drücken und dann durch ein feines Sieb direkt in ein geeignetes Gefäß, z.B. eine schmale Karaffe, umfüllen. Man kann sein Glück auch anders versuchen. Beispielsweise indem man zwei Korkenzieher auf der gegenüberliegenden Seite des Flaschenhalses in den Korken dreht und dann vorsichtig daran zieht. Manchmal hat man damit Erfolg und der Korken kommt in einem Stück aus der Flasche. 

Die Weinhebamme als Retterin in der Not!

Am besten ist es jedoch in Situationen ein professionelles Werkzeug zu verwenden, die so genannte »Weinhebamme« oder auch »Butler’s Thief«. So bezeichnet man einen Korkenzieher, der mit zwei seitlichen Zangen oder Klemmen ausgestattet ist und in der Regel kein Gewinde hat. Diese Zangen werden an den Rändern vorsichtig zwischen den porösen Korken und den Flaschenhals geschoben, bis sie vollständig in der Flasche positioniert sind. Dann den Korken mit leichten Drehbewegungen vorsichtig aus der Flasche ziehen. Zugegeben, das Ganze erfordert in jedem Fall etwas Übung, sowohl beim Ansetzen der »Weinhebamme« als auch beim anschließenden Herausziehen des porösen Korkens. Aber die Chancen stehen gut, dass der Korken am Ende in einem Stück und ohne große Anstrengung aus der Flasche kommt. Prost!

Armin Böttigheimer
Armin Böttigheimer
Schallplattenliebhaber, Star Wars-Fan und Freund gereifter Weine, den man auch mit einem jungen Riesling Kabinett immer wieder begeistern kann. Bereits 2001 mit einem eigenen Plattenladen gestartet, wurden 5 Jahre später, mittlerweile Trainer und Autor im Bereich Grafikdesign und Bildbearbeitung, die Schallplatten wieder in die Plattenkiste gepackt. Nach einem Ausflug in die Werbewelt und anschließender Marketing- und PR-Tätigkeit wuchs parallel die Leidenschaft für gutes Essen und Wein. Als Geschäftsführer der comvertize GmbH lebt er heute als Gründer und Herausgeber von Winealicious seine Faszination für Wein und Genuss auch digital aus.