Welche Flaschengrößen gibt es beim Champagner?

Champagnerflaschen gibt es in insgesamt 14 verschiedenen Größen. Die Bezeichnungen und Unterschiede der einzelnen Flaschen und die jeweils enthaltene Füllmenge aller Varianten haben wir in diesem Post zusammengestellt – auch als Infografik.

Wir beginnen mit den kleinsten Flaschen, die sicherlich die meisten von euch schon einmal gesehen haben

  • Quart / Piccolo: 0,2 oder 0,25 l
  • Demi / Filette: 0,375 l

Die beiden gängigsten Größen für Champagner dürfte ebenfalls jeder kennen:

  • Standard / Bouteille / Eintel: 0,75 l
  • Magnum: 1,5 l

Nun wird es biblisch und schnell deutlich größer:

  • Jéroboam: 3,0 l
  • Rehoboam: 4,5 l

Diese beiden bleiben noch unter Schallgrenze von zehn Litern, aber da ist immer noch Luft nach oben!

  • Methusalem / Impérial: 6,0 l
  • Salmanazar / Salmanasar: 9,0 l

Nun kommen wir in einen Bereich, der den meisten von uns nur aus Filmen oder großen Erzählungen bekannt sein durfte:

  • Balthazar / Balthasar: 12,0 l
  • Nebukadnezar: 15,0 l

Und es geht noch weiter…

  • Melchior / Goliath / Salomon: 18,0 l
  • Souverain / Souvereign: 26,25 l

… das sollte dann jetzt aber auch wirklich ausreichen! Santé!

  • Primat: 27,0 l
  • Melchisedech / Midas: 30,0 l

Warum so groß? Size matters – besonders bei Champagner!

Wer benötigt eigentlich solch große Flaschen und wozu sind Sie gut? Die Antwort: Champagner (und auch Wein) reift in größeren Flaschen einfach besser. Durch die Größe und die dickere Glaswand der Flasche können beispielsweise auch Temperatur-Schwankungen besser ausgeglichen werden. Und je weniger Licht, desto besser, die Champagnerflaschen sind in der Regel dunkelgrün. Champagner trinkt man üblicherweise eher mit mehreren Leuten zu festlichen Anlässen. Und da lohnt in der Tat die Magnumflasche – immer! Denn die Flaschengröße hat Einfluss auf den Geschmack. Die gleiche Cuvée ist in der Standardgröße nicht so harmonisch und ausgeglichen wie aus der Magnum. Noch größere Formate bieten aber in der Regel keinen Vorteil mehr, da sie meist nicht in derselben Flasche ausgebaut wurden. Bei den 1,5-Liter-Flaschen findet dies hingegen immer in derselben Flasche statt.

Große Flasche, großer Name

Ab einer entsprechenden Größen tragen die Flaschen auch große Namen. Fast alle Größen ab der Doppelmagnum tragen einen biblischen bzw. königlich-biblischen Namen. Flaschen ab einer Größe von 3 Litern sind zudem sehr teuer in der Herstellung und sind daher eher selten zu bekommen. Die größten Ausführungen werden nur noch von Drappier angeboten (seit de Gaulle der Haus-Champagner im Elysee-Palast und immer noch im Familienbesitz).

Weitere Bezeichnungen für Flaschengrößen

Für ein wenig Verwirrung sorgen eventuell die im Bordeaux abweichenden Bezeichnungen der Flaschengrößen. Jéroboam wird hier für die 5-Liter-Flasche verwendet. Bei den anderen Größen sind die Varianten jeweils oben mit aufgeführt.
In Deutschland ist die 1-Liter-Weinflasche außerdem weit verbreitet (spielt beim Champagner aber keine Rolle). Die Flaschengröße der »Sovereign« wurde im Hause Taittinger erfunden (daher trägt sie auch keinen biblischen Namen).

Armin Böttigheimer
Armin Böttigheimer
Schallplattenliebhaber, Star Wars-Fan und Freund gereifter Weine, den man auch mit einem jungen Riesling Kabinett immer wieder begeistern kann. Bereits 2001 mit einem eigenen Plattenladen gestartet, wurden 5 Jahre später, mittlerweile Trainer und Autor im Bereich Grafikdesign und Bildbearbeitung, die Schallplatten wieder in die Plattenkiste gepackt. Nach einem Ausflug in die Werbewelt und anschließender Marketing- und PR-Tätigkeit wuchs parallel die Leidenschaft für gutes Essen und Wein. Als Geschäftsführer der comvertize GmbH lebt er heute als Gründer und Herausgeber von Winealicious seine Faszination für Wein und Genuss auch digital aus.