Popcorn in der Provence
Wenn es auch hier in der Gegend ein Kino mit Weinausschank gäbe, das wäre meine erste Wahl fürs Glas. Der Knewitz Appenheim 2021er Riesling hat bei mir nämlich sofort in Mund und Nase diese Assoziation bei mir geweckt: Geröstetes Popcorn. Ich lehne mich da auch gern aus dem Fenster, denn bislang habe ich das in noch keiner Beschreibung zu diesem Wein gelesen. Aber es passt zum insgesamt mineralischen, cremigen Eindruck auf jeden Fall dazu. Ein wenig Zeit sollte man dem Wein im Glas geben, denn zu Beginn ist er noch ein wenig verschlossen und rückt nicht gleich mit der Sprache raus. Das soll bei Erster Lage und jungen bis mittelalten Reben aber ruhig erlaubt sein.
Bald schon bio
Momentan wird bei Knewitz und in diesen Lagen auf Biowein umgestellt, die erste Lese erfolgt in diesem Jahr. Und man darf sicher gespannt sein, ob sich da im Charakter nochmal was ändert. Klar im Vordergrund steht beim 2021er die Mineralik, typisch für den Kalksteinboden und zusätzlich besonders schön herausgearbeitet. Er besitzt eine schöne hellgelbe, fast grünliche Farbe und hat ideale Trinktemperatur erreicht, wenn er gut gekühlt (8°C) schon einige Minuten im Glas ist. Dann wird aus der Zurückhaltung gar fast französische Leidenschaft, denn jetzt kommt er mit Kräutern der Provence, Lorbeer und sogar Lavendel um die Ecke. Zitrusfruchtzesten, Holunder… Da schnalzt das Zünglein und die Nase freut sich.
Besondere Lage
Der Appenheimer Hundertgulden zählt im Kernstück zu den kalkreichsten Lagen in ganz Deutschland. Für Knewitz auch – wie nicht anders zu erwarten – die wichtigste Lage. Außerdem kommen beim Appenheimer 1G Riesling Trauben vom Eselspfad zum Einsatz, der mit einem leichten Lehmboden noch eine schöne mineralische Nuance reinbringt. Der Feinschmecker spricht beim Weingut also wirklich nicht umsonst von „den Riesling-Spezialisten aus Rheinhessen“. Seit 1. Januar 2022 ist das Weingut nun auch Mitglied beim VDP – man möchte fast ausrufen „Endlich!“.

Weingut Knewitz: Appenheimer 1G Riesling 2021
![]() | Riesling 100% |
![]() | weiß, trocken 12,5% Vol. |
![]() | Deutschland, Rheinhessen |
![]() | 2022 bis 2032+ |
![]() | Edelstahltank und traditionelles Holzfass |
![]() | ca. 17.- Euro |
Hinweis: Der Wein wurde von uns selbst bezahlt bzw. privat gekauft. Der Beitrag selbst wurde nicht bezahlt oder beauftragt. Weitere Informationen zu unserem Umgang mit Pressekonditionen gibt es hier.