Die Weinlese 2026 hat im Elsass so früh begonnen wie noch nie. Wie das Nachrichtenportal JDS berichtet, haben erste Betriebe mit Ausnahmegenehmigungen bereits am 12. August Trauben für Crémant gelesen. Am 18. August startet nun regulär die Lese für Crémant d’Alsace, AOC Alsace und die meisten Grand-Cru-Lagen. Einige Grands Crus mit besonderen Vorgaben sind ausgenommen. 2025 hatte die Lese erst am 19. August begonnen und damit bereits einen neuen Rekord aufgestellt.
Gleichzeitiger Erntestart
Normalerweise starten die drei Kategorien im Elsass nicht gleichzeitig. Zuerst werden die Trauben für Crémant gelesen, danach folgen AOC Alsace und schließlich die Grand-Cru-Lagen. Der für die elsässischen Appellationen zuständige Weinbauverband Association des Viticulteurs d’Alsace (AVA) hat den Start in diesem Jahr jedoch weitgehend zusammengelegt. Hintergrund sind die großen Unterschiede bei der Reife zwischen den einzelnen Parzellen. Dadurch bekommen die Winzer mehr Spielraum und können je nach Reife entscheiden, wann sie ihre Trauben lesen und anschließend als Crémant, AOC Alsace oder Grand Cru anmelden.
Für alle, die sich über den Begriff „offizieller Lesestart” wundern: Anders als in Deutschland werden die Starttermine für die elsässischen AOC offiziell festgelegt. Ist eine einzelne Parzelle schon vorher ausreichend reif, kann der Betrieb eine Genehmigung für eine vorgezogene Lese beantragen. Genau davon haben in diesem Jahr ungewöhnlich viele Winzer Gebrauch gemacht.
Gesundes Lesegut, weniger Ertrag
Die außergewöhnlich frühe Reife hängt vor allem mit den wiederholten Hitzeperioden und der großen Trockenheit der vergangenen Monate zusammen. Trotz der anspruchsvollen Bedingungen wird das Lesegut als gesund beschrieben. Falscher Mehltau spielt ebenfalls kaum eine Rolle, da der Erreger für Infektionen ausreichend Feuchtigkeit benötigt, die der trockene Sommer nur selten geboten hat.
Mit einem Rückgang der Erntemenge wird ebenfalls gerechnet. Ende Juli lag die Schätzung für das Elsass bei rund 804.000 Hektolitern. Im vergangenen Jahr waren es 840.681 Hektoliter, also knapp 37.000 Hektoliter mehr.
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