Manchmal reicht schon ein kleiner Probeschluck, um zu wissen, dass man etwas ganz Besonderes im Glas hat. So geschehen vor kurzem, als wir den »Karthäuserhof Brut« probieren durften. Richtig gelesen – Karthäuserhof Brut. Bisher für seine schlanken, feingliedrig eleganten und handwerklich ausgefeilten Rieslinge bekannt, handelt sich um den ersten Sekt des VDP-Weingutes Karthäuserhof, der nach einer Vorankündigung im Sommer nun endlich im November in den Handel gekommen ist. Es ist auch der erste Sekt des Weingutes, der nach den Ideen von Mathieu Kaufmann produziert wurde. Nach Stationen als Kellermeister bei Champagne Bollinger und dem Weingut Reichsrat von Buhl ist er seit Frühjahr 2020 für Weinbau und Keller des Karthäuserhofs verantwortlich. So waren nicht nur wir gespannt, was uns im Glas erwarten würde.
Tradition und Handwerkskunst die man schmeckt
Hinter dem Karthäuserhof Brut verbirgt sich eine Cuvée aus 80% Riesling und 20% Weißburgunder. Die Reben, allesamt aus den Lagen Eitelsbach, Mertesdorf und Waldrach, wachsen auf dem für die Ruwer typischen Devonschiefer. Mit diesem Lagenmix gelingt es Mathieu Kaufmann schon bei seinem Erstlingswerk in Sachen Sekt, die Charakteristika aller Terroirs wunderbar harmonisch in der Flasche zu vereinen. Nach sorgfältiger Handlese wurde das Lesegut für den Sektgrundwein schonend gepresst und im Anschluss in einem Mix aus Edelstahl und gebrauchten Holzfässern bewusst spontan vergoren. Danach reifte der Grundwein weiter auf der Vollhefe, bevor er dann in die Flaschen gefüllt wurde. Ganze 36 Monate durfte sich der Karthäuserhof Brut auf diese Weise weiterentwickeln, bis er im September 2024 degorgiert wurde.
Das Ergebnis dieses zeitaufwändigen Prozesses zeigt sich schon in der Nase eindrücklich und animierend. Sofort kommen die kräuterwürzigen Noten zum Vorschein, Zitrone und Limette gesellen sich dazu und eine angenehme Hefeprägung zeigt sich in Form von feinsten Brioche-Tönen. Auch etwas grüner Tee mischt sich in den Aromenmix und die Nase hinterlässt einen wunderbar zarten und ausgewogenen Eindruck. Das setzt schon vor dem ersten Schluck ein deutliches Ausrufezeichen und lässt uns aufhorchen.

Goldgelbe Eleganz
Der Karthäuserhof Brut ist auch in optischer Hinsicht ein echtes Highlight. Seine helle, goldgelbe Farbe wird von einer feinen, anhaltenden Perlage durchzogen. Am Gaumen zeigt sich der Sekt dann beeindruckend vielschichtig. Getragen von einer prägnanten, lebendigen Säure offenbart sich ein fein verwobenes Aromenspiel.
Frische Zitrusfrüchte wie Limette und Zitrone kommen wieder zum Vorschein, sogar ein Hauch von kandierter Zitrone. Feine gelbe Fruchtnoten dominieren dann zunächst, bevor weiße Blüten und Kräuternoten das Bild subtil abrunden. Das Ganze wird von einer schönen Mineralität und dezenten Pfeffernoten untermalt. Die dezenten Briochetöne schwingen elegant mit und verleihen dem Geschmacksbild eine schöne Fülle. Die Textur ist cremig und geschmeidig, aber mit einer perfekt eingebundenen Säure, die den Schaumwein angenehm leicht über die Zunge gleiten lässt. Er wirkt beschwingt, leicht und erfrischend. Die feine Salzigkeit im langen Abgang rundet das Ganze ab und sorgt für einen angenehmen Trinkfluss. Das kann sich nicht nur sehen, sondern auch schmecken lassen!
Karthäuserhof Brut – limitierter Sektgenuss für viele Anlässe
Der Sekt eignet sich natürlich hervorragend als Aperitif ohne jegliches Beiwerk, präsentiert sich aber auch als toller Begleiter zu diversen Speisen. Sashimi, Sushi, Austern – bei unserer Verkostung konnte der Karthäuserhof Brut in Kombination mit seiner präzisen Säure und mineralischen Tiefe absolut überzeugen.
Kleiner Wermutstropfen: Nach der Vorankündigung der Markteinführung war die Nachfrage entsprechend groß und so ist die erste Edition, die pünktlich zur Festtagssaison erschien, bereits ab Weingut ausverkauft. Wer sich also noch eine Flasche des zu Recht begehrten Schaumweins für die bevorstehenden Festtage sichern möchte, muss sich an den örtlichen Weinhandel oder den Online-Fachhandel wenden. Dort sind derzeit noch einige Flaschen zum Preis von rund 34 Euro inkl. MwSt. erhältlich.

Weingut Karthäuserhof: Karthäuserhof Brut Sekt
![]() | Riesling und Weißburgunder |
![]() | weiß 12 % Vol. |
![]() | Deutschland, Mosel-Saar-Ruwer |
![]() | ca. 2030+ |
![]() | Holzfass und Stahltank, 36 Monate auf der Flasche |
![]() | 34 Euro |
Bild: Weingut Karthäuserhof, Niclas Rimek.
Weingut Karthäuserhof
Der Karthäuserhof ist eines der traditionsreichsten Weingüter der Welt, dessen Wurzeln bis ins Jahr 1335 zurückreichen. Das von Kartäusermönchen gegründete Weingut liegt in Eitelsbach an der Ruwer und ist seit 1811 in Familienbesitz. Herzstück ist der Karthäuserhofberg, eine Einzellage mit 19 Hektar Rebfläche, die zu über 90 % mit Riesling bestockt ist. Der mineralreiche Schieferboden verleiht den Weinen eine unverwechselbare, charakterstarke Note.
Im Keller setzt das Team auf innovative Methoden wie Spontanvergärung und den Einsatz von Edelstahltanks. Diese Kombination sorgt für frische, lebendige Weine mit klarer Struktur und langer Lagerfähigkeit. Dabei bleibt die Philosophie des Karthäuserhofs immer gleich: minimale Eingriffe und maximale Zeit für die Weine, um ihre Typizität zu bewahren. Die Kombination aus mineralischer Eleganz, fruchtiger Finesse und kräftigem Säurerückgrat macht die Weine weltweit begehrt.
Als Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP) steht der Karthäuserhof für höchste Qualität. Seine Rieslinge werden regelmäßig prämiert und zählen zu den besten Deutschlands. Das historische Weingut verbindet Tradition mit moderner Weinbereitung und beweist damit eindrucksvoll, dass jahrhundertealtes Erbe und zeitgemäße Innovation perfekt harmonieren können.
Hinweis: Alle Fotos von Niclas Rimek, mit freundlicher Genehmigung zur Verwendung von Weingut Karthäuserhof. Der Wein wurde uns vom Weingut/Winzer zur Verfügung gestellt. Der Beitrag selbst wurde nicht bezahlt oder beauftragt. Weitere Informationen zu unserem Umgang mit Pressekonditionen gibt es hier.